Das neue Buch von Claudia Eret · die Futterflüsterin

Von Herz, Pfote und Mut

Wahre Geschichten über Hunde, Katzen und die kleinen Wunder des Lebens.

Wahre Geschichten, die dich zum Lächeln bringen, dir Mut machen – und dir zeigen: Man kann immer wieder aufstehen.

Mit Herz & Humor Echte Tierschutz-Geschichten Geschichten & Gedichte
Claudia Eret, die Futterflüsterin, mit ihrem Hund im Blumenfeld
19+ Jahre an der Seite von Hund, Katze & Mensch
Kennst du das?

Jeder von uns trägt sein Päckchen

Das Leben verläuft selten gerade. Manchmal braucht man einfach jemanden, der sagt: Du schaffst das – und ein paar Geschichten, die das Herz wieder warm machen.

Du brauchst Aufheiterung

Der Alltag ist schwer genug. Du sehnst dich nach Geschichten, die Mut machen statt traurig.

Du liebst Tiere

Du spürst, wie viel Tiere uns geben – und möchtest mehr über das Leben mit Tierschutztieren erfahren.

Ratgeber gibt es genug

Du hast genug von nüchternen Tipplisten. Du willst echte, gelebte Geschichten – ehrlich und von Herzen.

Buchcover: Von Herz, Pfote und Mut von Claudia Eret
Das Buch

Kein Ratgeber. Ein Mutmacher.

In Von Herz, Pfote und Mut erzählt Claudia Eret wahre Geschichten aus fast zwei Jahrzehnten an der Seite von Tieren und Menschen. Von Hunden wie Lady, Lord, Happy und Joy, die aus schwersten Verhältnissen zu ihr fanden – und davon, wie aus Schmerz wieder Hoffnung werden kann.

  • Echte Geschichten über Tierschutztiere und ihre Menschen
  • Humor & Herz statt erhobenem Zeigefinger
  • Gedichte zum Schmunzeln – wie „Das Gockel-Gedicht"
  • Aha-Momente aus 19+ Jahren Tier-Ernährungsberatung
  • Mut zum Neuanfang – für alle, die ihr Päckchen tragen
Leseprobe: Kapitel 8 – „Happy · Vertrauen auf leisen Pfoten"

Happy – Vertrauen auf leisen Pfoten

Happy kam aus Spanien.

Eine Tierschützerin hatte mich angerufen und mir von einer Hündin namens Ada erzählt. Sie wurde auf einem Bauernhof in einem Zwinger gehalten. Nur alle paar Tage warf ihr der Besitzer etwas Futter hinein und stellte einen Napf mit Wasser dazu. Danach verschwand er wieder – manchmal für mehrere Tage.

Und in Spanien herrschen bekanntlich überwiegend andere Temperaturen als hier in Deutschland.

Die Nachbarn konnten das irgendwann nicht mehr mit ansehen und alarmierten den dortigen Tierschutz.

Spanische Tierschützer sahen sich die Situation vor Ort an und waren entsetzt. Das Tier war völlig heruntergekommen: dreckiges, stumpfes Fell, trübe Augen – nur noch Haut und Knochen. Der Zwinger stand in der prallen Sonne, darin ein Eimer mit abgestandenem Wasser. Der Hund drückte sich ängstlich in eine Ecke.

Heimlich brachten die Tierschützer ihr zunächst Futter und frisches Wasser. Nach ein paar Tagen trafen sie schließlich auch den Besitzer des Geländes. Man versuchte mit ihm zu sprechen und bot ihm sogar Geld für den Hund an.

Doch der Mann wollte davon nichts wissen und ließ sogar durchblicken, dass der Hund „ruhig verrecken" könne.

Daraufhin setzten sich die spanischen Helfer mit dem deutschen Tierschutz in Verbindung und baten um Unterstützung.

In Deutschland wurde nun eine Pflegefamilie gesucht. Und wie es im Tierschutz manchmal so ist, spricht es sich schnell herum, wenn Claudia gerade keinen Hund hat.

Also rief man mich an und fragte, ob ich für drei Wochen einen Hund aufnehmen könnte – bis eine endgültige Familie gefunden wäre. Ich hatte den Tierschützern nach dem Tod von Lady mitgeteilt, dass ich auf gar keinen Fall mehr einen Hund aufnehmen würde – und schon dreimal keinen aus dem Tierschutz.

Deshalb der Trick mit der Pflegefamilie: „Claudia, wir wissen ja, dass du keinen Hund mehr haben willst. Aber wir sind hier wirklich in Not und großes EHRENWORT nur zur Pflege und ganz bestimmt für drei Wochen. Wir machen einen richtigen Pflegevertrag mit Zeitangabe, wann wir das Tier bei dir wieder abholen!" Das klang fair und ich wiederholte: „Nur für drei Wochen!"

Als sie bei mir ankam, war sie ein Häufchen Elend: abgemagert bis auf Haut und Knochen, voller Angst und völlig verstört. Sie zitterte, wenn man sie nur ansah. Ein klassischer Tierschutzfall – und doch von der ersten Sekunde an ein Herzensfall.

Ich schaute sie an und sagte leise:

„Ich nenne dich jetzt Happy. Denn dein Leben soll von nun an happy sein."

Als sie zu mir kam, befand sich auch mein eigenes Leben gerade in einem großen Umbruch. Mit meinen bisherigen Berufen war ich nicht glücklich und suchte nach einem neuen Weg. Ich spürte schon länger, dass sich beruflich etwas verändern musste, wusste aber noch nicht genau, wohin mich dieser Weg führen würde.

Während ich selbst auf der Suche war, kam ein Hund zu mir, der ebenfalls einen neuen Anfang brauchte.

Gerade in dieser Zeit trat Happy in mein Leben.

Wir betraten zusammen meine Wohnung. Als ich die Türe hinter mir verschloss, löste ich erst einmal die Leine und ließ sie gewähren. Sie ging mit kleinen vorsichtigen Schritten durch den Flur und dann ins Wohnzimmer. Mitten im Raum angekommen, stand sie still da und schaute sich vorsichtig um. Alles war neu für sie – die Geräusche, die Gerüche, die Räume. Ihre Nase bebte. Man merkte ihr an, wie unsicher sie war.

Doch es dauerte nur wenige Minuten, und man konnte ihr ansehen, dass ihr dieser Ort gefiel. Ich hatte das Gefühl, als wollte sie sagen: „Hier bekommt mich keiner mehr raus."

Und kurze Zeit später wusste ich, dass ich mit dieser Einschätzung richtig lag. Die Wohnung fand sie großartig – nur alles andere draußen noch nicht.

Ich beschloss, sie erst einmal behutsam zu versorgen.

Ich duschte sie ganz vorsichtig ab, denn ich konnte ihre Fellfarbe kaum erkennen – so dreckig war sie. Also hob ich sie in die Badewanne, stellte die Duschbrause auf einen ganz feinen Strahl und ließ das warme Wasser langsam über ihren Körper laufen.

Das schien ihr gutzutun und auch zu gefallen.

Und das Abtrocknen hinterher noch viel mehr. Ich nahm ein großes, flauschiges Handtuch und trocknete sie ganz vorsichtig ab.

Danach dachte ich zunächst, ein Spaziergang würde sie weiter beruhigen.

Doch kaum hatte ich die Leine in der Hand und war durch die Haustür gegangen, begann sie zu ziehen, zu springen und versuchte sich mit aller Kraft aus dem Halsband zu winden.

Ich konnte dieses Tier kaum halten, und bei jedem Gassigang drohte ich hinzufallen, so sehr gebärdete sie sich.

Also musste ich mir etwas überlegen. Ich entschied mich für eine Doppelsicherung. Heute gibt es dafür spezielle Geschirre, aber zu Happys Zeit gab es die noch nicht.

Ich legte ihr also ein Geschirr und ein Halsband um und an jedes Teil dann eine Leine. Nun hielt ich in jeder Hand eine Leine und versuchte Happy aus der Wohnung zu bekommen. My home is my castle, dachte Happy offenbar und wehrte sich. Sie bockte so, dass ich mit beiden Händen an den Leinen ziehen musste und sie mit einem Ruck über die Türschwelle zog. Und dann rannte ich, sodass sie keine Chance hatte zu stocken. Happy hatte solche Angst, dass sie, sobald ich langsamer wurde, wild hin und her schlug, um sich zu befreien. Wenn ich jedoch rannte, musste sie sich meinem Tempo anpassen und konnte sich nicht mehr wehren. Also rannten wir. Jeden Tag. Fünf Mal am Tag. Rennen. Soweit meine Beine uns trugen. Immer in Richtung Feld.

Dort angekommen, wurde sie etwas ruhiger. Das grüne Gras schien ihr zu gefallen, und wir standen oft einen Moment still, bevor wir ganz langsam durch das Feld gingen. Mit vorsichtigen Schritten stapfte sie durch das Gras, schnupperte an den Blumen, und ich schaute mit Absicht nicht zu ihr hin. Ihre Rute blieb dennoch unter dem Bauch eingeklemmt.

Auf dem Rückweg begann der Dauerlauf von vorn.

Wieder in der Wohnung angekommen, hatte ich oft das Gefühl, dass sie dachte: Hier bleibe ich. Aber rausgehen – nie wieder. My home is my castle war Programm.

In den nächsten Wochen spielte sich bei unseren Spaziergängen immer das Gleiche ab: zwei Leinen, am Geschirr und am Halsband befestigt, Laufschuhe an – und los.

Die Menschen in meiner Nachbarschaft waren irritiert. Einige riefen mich sogar empört an und fragten: „Claudia, was ist los mit dir? Du grüßt nicht mehr! Bist du jetzt was Besseres?!"

Dabei hatte ich schlichtweg keine Zeit zum Grüßen – ich rannte nur noch und sah weder nach rechts noch nach links. Ich erinnerte mich an den Filmklassiker „Lola rennt". Genauso fühlte ich mich.

Im Feld sprach ich beim Laufen leise mit ihr. Ich sagte ihr, dass das Leben schön ist, dass ich da bin und dass sie nie wieder Angst haben müsse. Denn nun sollte ihr Leben wirklich happy sein.

Zu Hause lief sie ständig neben mir her, hielt Abstand, war wachsam und voller Unsicherheit – besonders wenn es zum Beispiel an der Tür klingelte.

Beim Kochen in der Küche ließ ich demonstrativ meinen Arm locker herunterhängen, damit sie an meiner Hand riechen konnte. Manchmal spürte ich ihre kalte Nase an meinen Fingern. Mit der Zeit traute ich mich dann, sie mit einem Finger ganz leicht am Hals zu berühren.

Und dann waren die drei Wochen vorüber. Am vereinbarten Termin mit dem Tierschutz klingelte es an meiner Tür. Die Tierschützerin Sabine flötete mir entgegen, nachdem ich geöffnet hatte: „Hallo Claudia, wie versprochen bin ich hier und möchte jetzt Ada abholen!"

Ich knurrte sie an: „Sie heißt jetzt Happy!"

Sabine tat überrascht, setzte sich auf die Couch und fummelte umständlich in ihrer mitgebrachten Aktentasche. „Du musst mir noch unterschreiben, dass ich Ada … ähm, Happy abgeholt habe."

„Tu nicht so", blaffte ich sie an. „Du weißt ganz genau, dass ich Happy nicht mehr abgebe! Ich habe schon eine Steuerplakette für sie, und eine Tierhaftpflicht habe ich auch abgeschlossen!"

„Das ist ja toll", erwiderte Sabine und zog flugs den Übernahmevertrag aus ihrer Tasche.

„Das ist ja ein toller Trick von euch gewesen", sagte ich und machte eine kurze Pause. „Claudia, nur für drei Wochen!"

Sabine lachte: „Wir kennen dich ja. Wenn du ein Tier erst einmal hast, gibst du es nicht wieder her!"

Es dauerte Monate, bis ich Happy das erste Mal richtig mit einer Hand streicheln konnte.

Normale Mahlzeiten waren für mich kaum noch möglich; Tütensuppen und Dosengerichte wurden mein Alltag. Hauptsache, eine Hand blieb frei – damit sie erst daran schnuppern konnte und ich sie vorsichtig berühren durfte, um ihr Vertrauen zu gewinnen.

Die Nächte wurden für mich zu einem Albtraum. An Schlaf war kaum zu denken.

Happy lief ununterbrochen auf und ab – drei Meter nach rechts, drei Meter wieder nach links. Stundenlang.

Wahrscheinlich waren das genau die Abmessungen ihres früheren Zwingers.

Sie konnte sich nicht ablegen und schlief kaum. Ich auch nicht. Also lag ich wach und fragte mich immer wieder, wie ich diesem Tier nur helfen könnte.

In meiner Verzweiflung begann ich, ihr Kinderlieder vorzusingen oder Märchen vorzulesen.

Und siehe da: Wenn sie meine Stimme hörte, blieb Happy vor meinem Bett stehen und lauschte.

Irgendwann legte sie sich hin.

Wachte sie später wieder auf und begann erneut hin und her zu laufen, sang ich einfach wieder.

Meine Stimme wurde ihr sicherer Hafen.

Ich wollte ihr zeigen, dass das Leben auch Spaß machen darf. Also nahm ich eines Tages einen Ball mit aufs Feld. Ich warf ihn – doch Happy setzte sich nur hin und schaute zu.

Während ich fröhlich dem Ball hinterherrannte, ihn aufhob, lachte und ihn erneut warf, um ihr zu zeigen, wie schön Spielen sein kann, blieb sie einfach sitzen und beobachtete mich.

Am Feldrand sammelten sich immer mehr Menschen, die uns zusahen und sich köstlich darüber amüsierten: wie ich über das Feld hüpfte, dem Ball hinterherrannte, ihn aufhob, mich lautstark freute und wieder warf – während der Hund einfach nur dasaß und zusah.

Mir war allerdings nicht zum Lachen zumute. Ich wollte doch nur, dass sie Freude am Leben findet, dass sie versteht, dass Spielen etwas Schönes sein kann.

Doch Happy konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht spielen – sie bestand nur aus Angst.

Erst nach ein paar Monaten verstand sie offenbar, dass es Freude macht, die Erste beim Ball zu sein, noch bevor ich ihn erreichte.

Nach etwa einem Jahr änderte sich etwas Entscheidendes.

Ich legte mich auf die Couch. Bislang hatte Happy sich vorsichtig rangeschlichen und sich danebengelegt. Ich ließ meinen linken Arm vorsichtig heruntergleiten und streichelte sie ganz vorsichtig.

Irgendwann krabbelte sie auf meinen Bauch, und ich schlang meine Arme um sie und kraulte sie.

Zuerst trug ich achtzehn Kilo Herzenslast – ihr damaliges Anfangsgewicht – und nach der Aufpäppelungsphase schließlich zweiunddreißig Kilo.

Das war dann schon etwas anderes, wenn zweiunddreißig Kilo Hund auf einem lagen.

Ich bekam kaum Luft – und trotzdem ließ ich sie auf mir liegen und freute mich unbändig. So lagen wir schließlich den ganzen Fernsehabend zusammen auf der Couch.

Und wenn sie dann endlich von mir herunterkletterte, stand ich wirklich ächzend von der Couch auf, weil mir alles wehtat.

Ansonsten blieb ihre Rute weiterhin zwischen den Hinterläufen unter dem Bauch eingeklemmt.

Eines Tages sagte ich zu ihr: „Liebe Happy, zeig mir doch einmal, dass du dich freust. Nur ein bisschen."

Dann kam dieser eine Tag.

Wir erreichten das Feld wie immer rennend. Ich sprang, lachte und sprach mit ihr – und plötzlich löste sich ihre Rute ganz vorsichtig von ihrem Bauch.

Ein winziges, zartes Wedeln.

Ich fiel auf die Knie und weinte.

Happy hatte mir zum ersten Mal gezeigt, dass sie sich freut.

Das war ein unbeschreibliches Gefühl für mich.

Vertrauen kommt nicht auf Kommando. Es wächst leise, Schritt für Schritt – bis es eines Tages sichtbar wird.

Happy hatte gelernt zu leben. Wirklich zu leben – und Spaß am Leben zu haben.

Eines Tages kaufte ich einen großen, dicken Gummiring. Ein knallrotes Teil. Ich hielt ihn ihr vor die Nase und rannte damit über das Feld. Immer wieder.

Irgendwann biss sie hinein – und ich freute mich laut.

Also hatte sie verstanden: Der Ring ist zum Reinbeißen da.

Der nächste Schritt war das Ziehen. Wenn sie hineinbiss, blieb ich stehen und zog leicht am Ring. Das machte ihr Spaß, und bald zogen wir beide um die Wette daran. Natürlich ließ ich sie regelmäßig gewinnen.

Mit der Zeit wurde daraus ein richtiges Spiel zwischen uns.

Manchmal hob ich den Ring mit beiden Händen hoch, während Happy sich daran festbiss, sodass sie für einen Moment in der Luft hing. Das gefiel ihr offenbar sehr.

Ein paar Wochen später begann ich sogar, mich langsam um meine eigene Achse zu drehen, während sie am Ring hing. Es sah ein wenig aus wie ein Karussell: Ich leicht nach hinten gelehnt – und Happy drehte sich mit dem Ring um mich herum.

Mit ihrer Rute hielt sie dabei das Gleichgewicht.

Ich kann bis heute nicht sagen, wer von uns beiden mehr Spaß dabei hatte – Happy oder ich.

Dieses Spiel wurde schließlich ihr absolutes Lieblingsspiel.

Und ich hatte gelernt, dass manchmal nicht nur die Zeit heilt, sondern auch jede behutsame Berührung.

Und ja – ich konnte endlich wieder bekannte Menschen grüßen.

Der Name Happy war nun Programm. Zwei Jahre lang lebten wir ein glückliches, fröhliches Leben miteinander, bis mein Mädchen schwer krank wurde.

Die Diagnose lautete: geriatrisches Vestibularsyndrom – plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen, ständiges Umfallen, Erbrechen und viele weitere Beschwerden, die diese Krankheit mit sich bringt.

Wir kämpften ein Dreivierteljahr lang und waren in dieser Zeit Dauergäste in der Tierklinik.

Wenn ich in dieser Zeit mit ihr spazieren ging, hatte ich immer ein großes Badehandtuch dabei. Wenn Happy ins Schwanken geriet, schlang ich das Handtuch unter ihrem Bauch – kurz vor den Hinterläufen – und hielt die beiden Enden mit der linken Hand fest. In der rechten Hand hatte ich die Leine. So bekam sie Stabilität und konnte nicht wegkippen.

Doch schließlich kam der Tag des Abschieds.

Solche Tage lassen sich kaum beschreiben. Der Schmerz ist so groß, weil ein Lebewesen gehen muss, das man so sehr geliebt hat.

Der Tierarzt kam zu mir nach Hause – in ihr eigenes Reich.

Wir saßen zusammen auf dem Teppich. Happy ließ sich streicheln, legte ihren Kopf auf meinen Schoß, und ich sang ihr ihr Lieblingslied. Ich hatte es im Laufe der Zeit ein wenig für sie umgedichtet und vermutlich auch ziemlich schief gesungen. Aber Happy liebte dieses Lied. Manchmal nachts, wenn sie unruhig wurde, stupste sie mich sogar an. Dann fragte ich leise: „Lalelu?" Und sie stupste mich noch einmal an. Als wollte sie sagen: Ja bitte. Sing noch einmal. Also sang ich es jetzt ein letztes Mal für sie:

„Lalelu,
nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleine Happy schlafen geht …"

Wir brachten Happy zu einem Tierbestatter, weil es uns wichtig war, ihre Asche in einer Urne mit nach Hause nehmen zu können – als stilles Zeichen dafür, dass sie weiterhin bei uns bleibt.

Happy hatte gelernt zu leben. Ich selbst hatte gelernt, wie tief ein Hund ein Herz berühren kann.

Manchmal, wenn ich nachts wach liege, spüre ich noch immer ein feuchtes Stupsen an meinem rechten Oberarm.

Ich hatte lange mit mir zu kämpfen und haderte mit dem Schicksal, weil Happy nur eine relativ kurze Zeit ein glücklicher Hund sein durfte.

Gedicht – Für Happy

© Claudia Eret

Du kamst so leise, ohne Klang,
dein Blick so müde, der Weg so lang.
Ein Schatten, der nach Wärme sucht,
nach Liebe, die Vertrauen sucht.

Ich rannte mit dir, Tag für Tag,
bis Angst sich endlich legen mag.
Ein Wedeln zart, so still, so klein –
und plötzlich durfte Leben sein.

Du schliefst auf meinem Herzen sacht,
bewachtest mich in jeder Nacht.
Zwei Jahre Glück – ein kurzer Traum,
doch ewig bleibt dein Platz im Raum.

Wenn Wind durch hohe Gräser weht,
weiß ich, dass irgendwo du stehst.

Mit leisen Pfoten, leicht wie Licht –
Happy, mein Herz vergisst dich nicht.

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– Claudias Motto
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Sie ist die Futterflüsterin: seit über 19 Jahren in der Tier-Ernährungsberatung, mit einer bewegten Lebensgeschichte und vielen Tierschutztieren an ihrer Seite. Mehr über Claudia →

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